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STUDER 970

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Das STUDER Mischpult 970 in einem typischen Selbstfahrer-Sendestudio der 1980er und 1990er Jahre. Von rechts nach links zu sehen: STUDER A812 Tonbandmaschine, STUDER A727 CD-Player und darunter Telefonhybriden, darüber eine sog. "Cart-Maschine" zum Abspielen von "Jingles", Fernsteuerungen für Tonbandmaschinen, im Hintergrund STUDER Lautsprecher und EMT Plattenspieler 948 (nicht auf dem Bild sichtbar).Regiepulte der Serie STUDER 970 sind besonders für den Einsatz in Sende- und Produktionsregien in Rundfunkstationen geeignet. Ganz besondere Aufmerksamkeit bei der Gestaltung galt daher der einfachen Bedienung und der guten Übersicht. Für Senderegiepulte werden drei Chassiseinheiten kombiniert, wobei die mittlere Einheit als Manuskriptablage frei bleibt. Werden für Sende- oder Produktionsregien zusätzliche Eingänge benötigt, kann auch die mittlere Chassiseinheit mit Einschüben belegt werden. Das flexible, in 40mm-Modultechnik gehaltene Konzept eröffnet aber auch die Möglichkeit, auf Kundenwunsch zusätzliche Chassiseinheiten zu je 9 oder 12 Plätzen anzukoppeln, Abhör- und Signalisationskreise erlauben nicht nur den Selbstfahrerbetrieb (Disk Jockey), sondern auch den Betrieb mit getrenntem Studio. Der Panelaufbau ist zur Aufnahme von 40-mm-Zusatzmodulen aus der 900er Serie ausgelegt.

STUDER 970 Einschub-Module

Ein- und Ausgangsmodule Monitormodule
Ein- und Ausgangsmodule für das STUDER Mischpult 970 Auf dem Bild zu sehen von links nach rechts:
  • Mono-Eingang MIC / Line
  • Stereo / Hochpegeleingang (mit oder ohne Equalizer)
  • Master-Ausgang bzw. Hochpegeleingang
Monitormodule für das STUDER Mischpult 970 Auf dem Bild zu sehen von links nach rechts:
  • Studio Monitor bzw. AUX-Master
  • AUX-Monitor
  • CR-Monitor bzw. Talk Back Einheit

Technische Daten stammen genau wie die Bilder und der Text oben aus dem STUDER Originalprospekt von 1987.

Anwender des STUDER 970

Das STUDER 970 wurde unter anderem lange Jahre bei den Sendern Bayern 1, Bayern 3 und HR 3 als "DJ-Pult" im "Selbstfahrerstudio" (also wie bei den meisten Pop- und / oder Musikwellen ohne Techniker "hinter der Scheibe") verwendet. Nach der Digitalisierung in den letzten Jahren, kommen bei den genannten Sendern jetzt digitale Konsolen von Lawo und anderen professionellen Herstellern zum Einsatz (z.B. beim Bayerischen Rundfunk - siehe auch Bayern3 Live-Webcam - am besten Kamera 3 - mit Blick auf das Mischpult).

Bayern 3 Studiogeschichte

Vor dem Umbau der Bayern 3 Sendestudios mit direktem Zugang zum Großraumbüro der Redaktion, befand sich der Sendekomplex (SK3) noch in einem komplett anderen Gebäudeteil im Funkhaus in München (hier). Neben Bayern 3 befanden sich auf dem gleichen Flur auch die Komplexe für Bayern 1, Bayern 2 Wort und Bayern 4 Klassik (heute "Bayern 2 und "BR Klassik"). Die damaligen Studios wurden wohl in den 1970er Jahren oder noch früher errichtet. Entsprechend "antiquiert" war die Anmutung mit braun getäfelten Schallschutzwänden und dreifach-verglasten Fenstern...

In einem recht kleinen Raum (im Vergleich zur Regie) befand sich das STUDER 970 mit zwei weiteren Sprecherplätzen z.B. für Wettermoderatoren oder Interviews. Hinter dem Moderator stand in einer Konsole eine STUDER A80R (deutsche Schichtlage). Mit dieser Maschine konnte der Moderator Sendungsinhalte (wie z.B. Telefoninterviews mit Hörern) während des laufenden Programms über das STUDER 970 aufzeichnen. Hinter einer großen Studioscheibe links vom Moderator saß ein Tontechniker oder viel mehr eine Technikerin hinter einer großen Mischpultkonsole, umgeben von vier oder fünf Telefunken M15A Tonbandmaschinen, Plattenspielern, CD-Playern etc. (Dieser Forenbeitrag aus den Radioforen zeigt die etwas größere Hörfunk-Regie im Studio 12 beim Bayerischen Rundfunk - im Grunde dem ehemaligen Bayern 3 Sendekomplex recht ähnlich) Links von der Technikerin wiederum, befand sich eine weitere Scheibe durch die man in das kleine Nachrichtensprecher-Studio blicken konnte. Weitere interessante Informationen mit vielen Bildern und Audiobeispielen aus der Bayern 3 Geschichte gibt es auf der Webseite "B3-History".

Übrigens hatte auch der HR3 Moderator neben sich eine Tonbandmaschine stehen (kurzes Video der bimedialen HR3-Sendung "Pop & Weck TV"). Es war aber keine STUDER A80 wie bei Bayern 3, sondern eine STUDER A816. Das Gerät wurde vornehmlich zum Abspielen der vorproduzierten Werbeblöcke verwendet.

Ursprünglich waren die DJ-Plätze bei Bayern 3 oder in anderen ARD-Funkhäusern natürlich nicht mit 970ern von STUDER bestückt, sondern sehr puristisch mit wenigen Faderkassetten aufgebaut. Meist wurden dafür Neumann W444sta Kassetten verwendet, es gab diese Kassetten aber auch anschluß- und funktionsgleich von anderen Herstellern. Drei Regler links, drei Regler rechts - reichte für Mikrofon, 2 oder 3 Plattenspieler, evtl. eine Cartmaschine und eine Bandmaschine. Alles andere wurde stets aus der umfangreichen Regie vor der Glasscheibe zugespielt (siehe Beschreibung oben). Dieses Foto zeigt HR3-Kultmoderator Werner Reinke am Dj-Platz. Nicht viel anders sah es damals bei Thomas Gottschalk im Bayern 3 Studio oder bei Wolfgang Hellmann im Saarländischen Rundfunk aus.


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