ReVox A76

Mit dem Bau von Rundfunkempfängern (sog. „Tuner“) betrat die Firma STUDER ReVox damals Neuland. Bei der Vorstellung der ersten Hifi-Anlage mit dem Tonbandgerät ReVox A77 war der dazugehörige FM-Tuner ReVox A76 noch gar nicht fertig entwickelt. Als er dann 1969 erstmals auf den Markt kam, wurde schnell klar, dass die Marke ReVox ihrem Ruf für höchsten Anspruch auch im FM-Tuner-Bereich treu geblieben war.

ReVox A76 MkII FM Tuner (Foto: D18 bei Flickr)

ReVox A76 MkII FM Tuner (Foto: D18 bei Flickr)

ReVox Entwicklungsingenieur Ernst Mathys legte mit dem A76 den Grundstein für seinen Ruf als einer der weltbesten „FM-Tuner-Gurus“. Der A76 war ein völlig unkonventioneller Empfänger, sauber durchdacht und entsprechend konzipiert.

Auf Komfort wurde weitgehend verzichtet, dafür verschaffte die vierfache Drehkondensatorabstimmung eine ausgezeichnete Selektion vor der Mischstufe, was eine Nebenwellen-Unterdrückung von mehr als 90 dB ergab. Zusammen mit modernen Dual-Gate-Feldeffekt-Transistoren erreichte das Front-end optimale Eigenschaften.

Um den negativen Auswirkungen einer Scharfabstimmung (AFC) auszuweichen, wurde ein äußerst stabiler Lokalozillator entwickelt. Selektion und Verstärkung für das ZF-Teil wurden getrennt, ein passiver 8-Kreis-Gauß-Filter übernahm die Selektion. Der fünfstufige ZF-Differentialverstärker wies zusammen mit dem Diskriminator eine bisher unerreichte bandbreite von 5 MHz auf, was sich in einer hohen Verzerrungsfreiheit auszahlte. Der extrem breitbandige FM-Diskriminator war nicht mit üblichen Schwingkreisen aufgebaut, sondern mit zwei koaxialen Verzögerungsleitungen, die sich nicht verstimmen konnten.

Der Stereo-Decoder arbeitete mit einem PLL-Ozillator und vereinigte die Vorteile von hoher Phasenstabilität und Symmetrie mit einer optimalen Kanaltrennung. Die Signalstärkeanzeige wies einen annähernd logarithmischen Verlauf auf, wodurch starke wie auch schwache Sender gleichermaßen gut beurteilt werden konnten. Schließlich erhielt der A76 sogar eine Anzeige für Mehrwegempfangsstörungen auf, was sich beim Ausrichten einer drehbaren UKW-Antenne sehr vorteilhaft auswirkte.

ReVox A76 in der Fachpresse

Der Autor des Compreß-Testberichtes in der deutschen Fachzeitschrift „Hi-Fi-Stereofonie“, Ausgabe Juni 1970, schrieb in seinem abschließenden Urteil:

„Der UKW-Stereoempfangsteil A76 gehört aufgrund seiner Übertragungsdaten zur absoluten Spitzenklasse“.

Technische Daten des ReVox A76

Empfangsbereich 87,5 – 108 Mhz
Empfindlichkeit 1 µV
Statische Selektion 60 dB
Wirksame Selektion 80 dB
Spiegelselektion 70 dB
Nebenwellen-Unterdrückung 90 dB
ZF-Unterdrückung 90 dB
Bandbreiten
ZF-Filter 130 kHz
ZF-Verstärker / Drehmodulator 5 MHz
Capture Ratio 1 dB
Verzerrungen 0,2 %
Fremdspannungsabstand 70 dB
Stereo-Übersprechdämpfung 40 dB
Frequenzgang 30 Hz – 15 kHz, -1 dB
Bestückung 2 FE-Transistoren, 41 Silizium-Dioden,
6 ICs, 27 Dioden, 2 Silizium-Gleichrichter
Gewicht 7,8 Kg
Preis 1977 1.390 SFr

Bildquelle: User D18 bei Flickr

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