Technik ändert sich, Gefühle bleiben!

STUDER D820 X

Anlässlich der AES-Convention im März 1982 in Montreux wurde der Prototyp der digitalen Tonbandmaschine STUDER A820 vorgestellt. Anderthalb Jahre später informierte eine Produktbroschüre über die neue Generation von Studio-Tonbandmaschinen auf digitaler Basis.

STUDER D820 X
STUDER D820 X

Doch das Fehlen von verbindlichen Normen verzögerte die Weiterentwicklung. 1985 zeichnete sich eine klare Trendwende zugunsten des DASH Formates ab, welches von SONY, STUDER, Matsushita (Panasonic, Technics) und später auch von TEAC unterstützt und mitgestaltet wurde.

lm gleichen Jahr wurde das erweiterte Twin-DASH-Format vorgestellt, welches die Grundloge für die 2-Kanal-DASH-Tonband-Maschine STUDER D820X darstellte. Entgegen der Aufzeichnungsart mit rotierenden Köpfen im Schrägspurverfahren (Helical Scan) arbeitete DASH wie bei der Analogaufzeichnung mit feststehenden Tonköpfen. Dabei diente das 1/4″-Band zur Aufzeichnung von zwei, vier oder acht Kanälen, während das 1/2″-Band für 24, 32 oder 48 Kanäle vorgesehen war.

Bei 2-Kanal-Maschinen (D820X) wurden acht Spuren für Digital Audio und vier weitere für Hilfssignale (zwei Cue-Spuren, Referenz und Zeitcodespur) verwendet. Die insgesamt zwölf Spuren auf einem 1/4″-Band erforderten eine sehr präzise Bandführung und eine maximale Schonung des Tonbandes. Dazu eignete sich das Laufwerk der analogen STUDER A820 hervorragend!

lm Gegensatz zu Aufzeichnungen mit modifizierten Videorecordern (Helical Scan) ermöglichte eine DASH-Maschine komfortable Funktionen wie Hinterbandkontrolle, Varispeed, Bandschneiden usw. und vor allem eine viel längere Aufnahmezeit. Bei der STUDER D820 X und ihren bis zu 14″ großen Spulen, waren Aufnahmen von über zwei Stunden möglich. Damit war diese Maschine für das CD-Mastering bestens geeignet. Sie konnte insbesondere neben der Abtastfrequenz von 48 kHz auch mit 44,1 kHz arbeiten und sogar „alte“ Aufnahmen mit der krummen Abtastfrequenz von 44,056 kHz wiedergeben.

„Twin“ bezeichnete ein DASH-Format mit doppelter Aufzeichnung jedes einzelnen Abtastwertes an verschiedenen Stellen des Tonbandes zur Erhöhung der Aufzeichnungssicherheit. Digitale Ein- und Ausgänge mit digitaler Verstärkungsregelung ermöglichten den direkten Transfer von und zu anderen Digitalquellen wie digitalen Mischpulten oder Mehrkanal-Tonbandmaschinen

Prototyp

STUDER D820X Prototyp von 1984.
STUDER D820X Prototyp

Bereits im November 1984 – also zwei Jahre bevor die D820X auf den Markt kam – bewarb STUDER die neue Maschine und die damit auch für STUDER neue Digitaltechnik bei Bandmaschinen. Im Prospekt mit der Vorabinformation schrieb STUDER damals:

Die Studer D820 ist als 2-Kanal Digital-Tonbandmaschine konzipiert, für Anwendungen im Tonstudio, für Digital- und Compact-Disc-Mastering, für den Rundfunk und für die Tonnachbearbeitung. Die D820 basiert auf einer breitgefächerten Eigenentwicklung in digitaler Hard- und Software, Ergonomie und Präzisionsmechanik. Sie ist gleichzeitig die erste einer Generation von Digital-Maschinen mit dem neuen 82O-Laufwerk. Die D820 ist ein DASH-Recorder mit 19,05 cm/s (7.5 ips) Bandgeschwindigkeit und arbeitet mit Abtastfrequenzen von 48 kHz und 44,1 kHz. Die neu entwickelte Fehlerkorrektur erreicht die maximal mögliche Sicherheit des DASH-Formats, inkl. voller Korrektur von Fehlern innerhalb einer Länge von 30 Blöcken (5,7 mm/0,225 in).

Download

STUDER D820 X – Bildergalerie

Alle Bilder aus dieser Galerie wurden mir mit freundlicher Genehmigung durch die Firma Filmco aus Ontario in Kanada zur Verfügung gestellt.

Multimedia

Das folgende Video zeigt das elektronische Innenleben einer STUDER D820 X.

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Im zweiten Video geht es um die aufwändige Reparatur so einer STUDER D820X

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